Standardization Strategy Board (SSB)

Aufgabenstellung und Zielsetzung

IT-Standards sind für ein unternehmensübergreifendes Systems Engineering unerlässlich, aber welche sind dafür am besten geeignet? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Standardization Strategy Board (SSB), ein Gemeinschaftsprojekt von prostep ivip Verein und Verband der Automobilindustrie (VDA). Die Projektgruppe wurde 2016 mit der Vision gegründet, ein unternehmensübergreifendes Systems Engineering (Collaborative Systems Engineering - CSE) basierend auf Engineering IT-Standards zu ermöglichen.

Die Projektgruppe analysiert kontinuierlich die im Umfeld des Systems Engineering relevanten IT-Standards, priorisiert sie und bewertet ihre Reife, um gemeinsame Strategien und Handlungsempfehlungen für ihre Umsetzung und Anwendung abzuleiten. Ziel ist eine durchgängige Abdeckung der im CSE-Prozess notwendigen Geschäftsobjekte und Schnittstellen durch entsprechende Standards, um die Vision eines Digitalen Zwillings zu ermöglichen. Außerdem greift das SSB zukunftsweisende Trends der Produktentwicklung und die sich hieraus ergebenden unternehmensübergreifenden Herausforderungen auf und übergibt sie an die entsprechenden Gremien und Fachgruppen.

Schwerpunkte und konkrete Ergebnisse

Einer der Schwerpunkte der Projektarbeit lag im abgelaufenen Jahr auf der Überprüfung und Konsolidierung der existierenden Rahmenbedingungen für PLM-IT-Architekturen im Umfeld CSE. Hierfür erfasste und kategorisierte die Projektgruppe die Ideen der im SSB vertretenen Unternehmen und ergänzte sie im zweiten Schritt um zusätzliche Impulse aus bereits in der Umsetzung befindlichen Konzepten und akademischen Ansätzen. Die Ergebnisse werden in ein prostep ivip Whitepaper einfließen, das die Anforderungen, Rahmenbedingungen und Leitplanken für zukunftsorientierte und nachhaltige PLM-IT-Architekturen beschreibt. Es soll zum prostep ivip Symposium 2023 veröffentlicht werden.

Im Laufe des Jahres 2022 wurden die seit längerem bestehenden Kontakte zur Initiative Code of PLM Openess (CPO) vertieft. Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine Empfehlung von Standards zu erstellen, die durch die PLM-relevanten IT-Tools unterstützt werden sollten. Sie soll als Ergänzung zum CPO-Hauptdokument veröffentlicht werden. Es gibt die Überlegung, die Bedarfe für die Unterstützung von Standards über das SSB in die CPO-Initiative einzubringen. Außerdem wurde beschlossen, für IT-Vendoren ein Forum in Form eines gemeinsamen, jährlich stattfindenden, „Sounding Boards“ anzubieten, um den fachlichen Austausch mit dem SSB zu fördern und die Kommunikation zu verbessern.

Organisatorische und technische Herausforderungen

Das SSB ist thematisch und strukturell eher ein anwendergetriebenes Gremium. Im Laufe des letzten Jahres hat sich jedoch gezeigt, dass das Interesse der IT-Vendoren an der Arbeit des SSB weiter zunimmt. Deshalb will die Projektgruppe Wege finden, um sie stärker einzubinden. So ist die Idee entstanden, als Ergänzung zum SSB ein „Sounding Board“ zu etablieren, das in Form eines Workshops erstmals während des prostep ivip Symposiums 2023 stattfinden soll.

Die Planungen für das laufende Jahr 2023

Nachdem im letzten Jahr die Struktur der SSB Standards Fact Sheets überarbeitet wurde, soll es im laufenden Jahr der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, die Verbreitung des Fact Sheets zu erhöhen und dadurch die Unterstützung von Standards durch IT-Vendoren und Anwenderfirmen zu fördern. Darüber hinaus ist für 2023 die Veröffentlichung des Whitepapers zum Thema künftige PLM-IT-Architekturen im CSE-Kontext geplant. Auf dem prostep ivip Symposium wird das SSB einen Vortrag über seine Arbeit halten und einen gemeinsamen Workshop mit den IT-Vendoren veranstalten.

Das sagt die Projektkoordination:

„Der SSB hat sich als Gremium mit konstanter Zusammensetzung und sehr engagierten Teilnehmern etabliert. Dadurch konnten wir unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen und die gesteckten Ziele alle erreichen. Darüber hinaus haben wir im letzten Jahr wichtige Impulse für den prostep ivip Verein gesetzt.“

Das sagt die Projektleitung:

„Wir freuen uns im laufenden Jahr auf die in Gründung befindliche Projektgruppe Collaborative Digital Twins und sind gespannt, wie sie die entstehenden Metaverses in das kollaborative Systems Engineering einordnen werden. Natürlich wollen wir auch die enge Zusammenarbeit mit anderen prostep ivip-Projektgruppen wie der CPO-Gruppe und den jeweiligen IT-Vendoren fortsetzen und ausbauen. Unser klares Ziel ist es, die Nutzung der Datenstandards sowohl auf Anwenderseite als auch auf Seiten der Software-Hersteller weiter zu pushen.“

Projektleitung

Pate WF, IF, BM:
Dr. Sebastian Handschuh, Mercedes-Benz Group AG

Projektkoordination

Dr. Marcus Krastel
Tel.: +49 6151 7376 100
E-Mail: marcus.krastel(at)em.ag

Teilnehmer

Airbus Operations GmbH
AVL LIST GmbH
BMW AG
Continental AG
Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG
:em engineering methods AG
Ford Werke GmbH
Mercedes-Benz AG
PROSTEP AG
Robert Bosch GmbH
Schaeffler Technologies AG & Co. KG
Volkswagen AG
ZF Friedrichshafen AG