Live Collaboration in Engineering (LCE) baut auf den Ergebnissen der prostep ivip Projektgruppe Collaborative Digital Twins (CDT) auf und verfolgt das Ziel, eine synchrone und föderierte Zusammenarbeit im Engineering entlang des gesamten V-Modells zu ermöglichen.
Im Fokus steht die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit auf Basis vernetzter Daten, abgestimmter Semantik und Dataspace-Technologien.
LCE adressiert reale industrielle Anwendungsfälle und schafft einen methodischen sowie technischen Rahmen für den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Partner auf konsistente Engineering-Informationen von den Anforderungen über Systementwicklung und Simulation bis hin zu Integration und Testing. Die Initiative verbindet fachliche Use-Case-Definition, organisatorische Rahmenbedingungen und technische Umsetzung in einem praxisnahen Gesamtkonzept und entwickelt damit die CDT-Vision hin zu einer skalierbaren, interoperablen und zukunftsfähigen Engineering-Kollaboration weiter.
Aus Anwendersicht liegt der Schwerpunkt 2026 auf der Definition und Validierung praxisnaher Use Cases für Live Collaboration entlang des V-Modells. Anwender bringen konkrete Anforderungen aus System Engineering, Simulation sowie Integration & Test ein und bewerten den Mehrwert synchroner Kollaboration hinsichtlich Durchlaufzeit, Qualität und Transparenz. Erwartete Ergebnisse sind ausgearbeitete Use Cases, Ontologien sowie belastbare Aussagen zum Nutzen von Dataspace-basierter Zusammenarbeit im täglichen Engineering-Umfeld.
Für Vendoren und Implementoren steht 2026 die Ableitung technischer Anforderungen aus den priorisierten Use Cases im Vordergrund. Dazu zählen Anforderungen an Schnittstellen, Semantik, Ontologien und Integrationskonzepte bestehender Engineering Tools. Konkrete Ergebnisse sind Architektur-Blueprints, Implementierungsoptionen sowie die prototypische Umsetzung ausgewählter Use Cases in einem gemeinsamen Demonstrator. Ziel ist es, interoperable, praxistaugliche Lösungskonzepte für Live Collaboration auf Basis von Dataspace-Technologien aufzuzeigen.
Zu den zentralen Herausforderungen zählen die Abstimmung eines gemeinsamen Verständnisses von „Live Collaboration", die Harmonisierung bestehender Modelle und Ontologien sowie die Integration heterogener Tool-Landschaften. Organisatorisch sind Fragen zu Rollen, Governance, IP-Schutz und Verantwortlichkeiten zu klären. Technisch besteht die Herausforderung darin, Dataspace-Konzepte, Semantik und Engineering Tools so zu verbinden, dass eine skalierbare, performante und praxistaugliche Live-Zusammenarbeit möglich wird.
„Mit dem Abschluss von CDT haben wir die konzeptionelle und technische Basis für unternehmensübergreifende Zusammenarbeit geschaffen. Mit Live Collaboration in Engineering gehen wir nun den nächsten Schritt: Aufbauend auf den CDT-Ergebnissen übertragen wir die Prinzipien synchroner, datenbasierter Kollaboration auf weitere Engineering-Disziplinen entlang des gesamten V-Modells."
– Dr. Jakob Trauer, :em engineering methods AG