Das Technische Programm des prostep ivip Vereins setzte 2025 entscheidende Impulse für eine offene, interoperable und kollaborative industrielle Produktentwicklung. In thematisch verzahnten Projektclustern wurden zentrale Zukunftsthemen adressiert – von Digital Thread und Digitalen Zwillingen über Simulation, KI und MBSE bis hin zu Standardisierung, Produktion, Nachhaltigkeit und regulatorischen Anforderungen.
Der Fokus lag auf der Industrialisierung von Standards, der praktischen Umsetzbarkeit in realen Toolketten sowie auf der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Anwendern, Software-Herstellern, Forschungseinrichtungen und Verbänden.
Ein zentrales Highlight 2025 war die weitere Konkretisierung des Digital-Thread-Gedankens im prostep ivip Umfeld. Mehrere Projekte leisteten hierzu komplementäre Beiträge und bildeten gemeinsam eine durchgängige, semantisch fundierte Grundlage für unternehmensübergreifende Digitale Zwillinge.
Das Projekt Collaborative Digital Twins (CDT) erreichte 2025 seinen Abschluss und zeigte mit einem industrienahen Demonstrator, dass synchronisierte, datenbasierte Zusammenarbeit ohne Datei-Transfer realisierbar ist. Die entwickelten User Journeys belegten, wie IP-Schutz, Datenhoheit und Echtzeit-Kollaboration miteinander vereinbar sind, und bilden die Basis für das Folgeprojekt Live Collaboration in Engineering (LCE) ab 2026.
Parallel dazu erreichte CASCaRA einen wesentlichen Meilenstein, mit der Submission zum zum internationalen OMG Standard.
Flankiert wurden diese Aktivitäten durch psiOnt zur projektübergreifenden Ontologieharmonisierung sowie durch LOTAR, das seinen Scope um MBSE- und ECAD-Daten weiter stärkte und so die Datenkontinuität entlang des Lebenszyklus stärkte.
Simulation und virtuelle Validierung etablierten sich 2025 als Schlüsseltechnologien für Effizienz, Qualität und regulatorische Absicherung. Das Projekt Smart Systems Engineering (SmartSE) veröffentlichte mit der Recommendation V4 eine umfassende Leitlinie für simulationsgestütztes Systems Engineering. Das erweiterte SmartSE-V-Modell, konkrete Use Cases sowie klare Empfehlungen zu Standards und Prozessen adressieren sowohl Anwender- als auch Vendor-Bedürfnisse.
Mit HAIViSH wurde die virtuelle Homologation von AD/ADAS-Systemen unter Einbeziehung von KI-Methoden vorangetrieben. Im Fokus standen die Auslegung regulatorischer Anforderungen und deren Integration in durchgängige virtuelle Validierungsworkflows.
Die starke Verankerung in internationalen Standardisierungsaktivitäten blieb 2025 ein Alleinstellungsmerkmal des Technischen Programms. Die JT-Projektgruppen erzielten bedeutende Fortschritte bei der Normung und Industrialisierung des JT-Formats, insbesondere im Zusammenspiel mit STEP AP242 XML, PMI auf Baugruppenebene und Kinematik. Der JT Day sowie die enge Abstimmung mit DIN und ISO unterstrichen die aktive Rolle von prostep ivip.
Im Umfeld von MBx-IF / STEP AP242 markierte die Veröffentlichung von AP242 Edition 4 einen Meilenstein, der zahlreiche neue Use Cases ermöglichte. Eine Vielzahl aktualisierter Recommended Practices und umfangreiche Testrunden belegten die hohe industrielle Relevanz.
Auch LOTAR setzte seine Arbeit erfolgreich fort und entwickelte sich weiter zu einem Enabler für lebenszyklusübergreifende Datenstrategien.
Mit Blick auf die Verzahnung von Entwicklung und Produktion adressierten mehrere Projekte zentrale Umsetzungsfragen. Die VES/ECAD-Projektgruppen veröffentlichten 2025 den VEC Release 2.2 und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung der Bordnetzentwicklung und zur DIN 72036. Der Kongress Bordnetze Digital unterstrich die industrielle Relevanz der Ergebnisse.
Das neu gestartete Forschungsprojekt HARMONIQ plant Inhalte im Bereich digitaler Zwillinge von Produktionssystemen, und auch das Thema Nachhaltigkeit konnte durch den ersten prostep ivip Sustainability Day getrieben durch das SSB betrachtet werden.
Mit dem Code of PLM Openness (CPO) wurde 2025 ein weiterer wichtiger Baustein für vertrauensvolle, zukunftsfähige IT-Architekturen weiterentwickelt. Die Arbeiten an einer produktbezogenen CPO-Zertifizierung sowie die internationale Ausrichtung der Initiative zeigen, dass Offenheit, Interoperabilität und Governance zunehmend als strategische Erfolgsfaktoren verstanden werden.
Das Technische Programm 2025 zeigt, wie prostep ivip als Plattform für Kooperation, Standardisierung und Innovation wirkt. Die enge Verzahnung von Strategie, Technik und industrieller Umsetzung bildet eine stabile Grundlage, um die kommenden Herausforderungen – insbesondere im Kontext softwaredefinierter Produkte, KI, Regulierung und globaler Lieferketten – aktiv zu gestalten.