Mit ihrer Durchführungsverordnung (EU) 2022/1426 schafft die Europäische Union eine Grundlage für die Typgenehmigung von automatisierten Fahrfunktionen der Stufe 4, jedoch fehlt es an der notwendigen Spezifikation für OEMs, Tier-X-Zulieferer und andere Branchenakteure, um die Systemzulassung effektiv umzusetzen. Darüber hinaus bewegt sich die Branche in Richtung virtueller Validierung und entsprechender Zulassung, um eine tiefgreifende und umfassende Skalierung von Simulationen für vielfältige und dynamische Fahrumgebungen zu ermöglichen.
Infolgedessen wurden regulatorische Diskussionen geführt, um die Anforderungen zu klären und zu präzisieren. Es gelang, ein grundlegendes Verständnis des Geltungsbereichs der Vorschriften im europäischen Rahmen, die Integration der Vorschriften in den gesamten virtuellen Validierungsworkflow sowie die Ableitung von Checklisten für jeden Abschnitt und die Hervorhebung kritischer Aspekte zu erlangen.
Im Anschluss entwickelt HAIViSH eine virtuelle Validierungsmethodik, die fortschrittliche Systemsimulationen und KI-Technologien integriert, um den Detaillierungsgrad und potenzielle Lücken bei der Bewertung von AD/ADAS-Systemen auf der Grundlage funktionaler Äquivalenz zu berücksichtigen.
Ein umfassendes und einheitliches Verständnis der Durchführungsverordnung ist unerlässlich, um Standards und Methoden zu schaffen, auf die sich Endnutzer langfristig verlassen können. Auf der Grundlage der Integration in den Gesamtablauf der virtuellen Validierung sowie der hervorgehobenen Checklisten und kritischen Punkte können daher übergreifende und fundierte Diskussionen folgen. Ziel ist es, Vertrauen in die Anwendungen der Anbieter und im Laufe der Zeit auch in autonome Fahrzeuge aufzubauen.
Das Verständnis der Vorschriften und deren Integration in den Gesamt-Workflow, wobei die erforderlichen Maßnahmen und Anforderungen in den jeweiligen Phasen hervorgehoben wurden, ermöglicht es Anbietern, Pipelines zu implementieren und die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften an Untergruppen zu übertragen. Dazu wurde ein möglicher agiler Workflow vorgestellt, der auf die Vorschriften und die virtuelle Validierung abgestimmt ist.
Auf dieser Grundlage wurden die abgeleiteten Anforderungen kategorisiert und zusammengefasst. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören Checklisten für jeden Abschnitt sowie die Identifizierung und Hervorhebung kritischer Aspekte. Dadurch sind Anbieter in der Lage, ihre aktuellen Prozesse zu bewerten und sich auf kritische Aspekte zu konzentrieren.
Eine anhaltende Herausforderung besteht darin, die Auswirkungen regulatorischer Formulierungen auf technische Lösungen zu verstehen. Daher bemühen wir uns verstärkt, Fragen und offene Punkte in interaktiven Workshops zu diskutieren. Damit wird auch die zweite Herausforderung adressiert, der Aufbau von Kontakten zu Industriepartnern. Ein gemeinsames Verständnis hängt von der Einbindung von Industriepartnern ab, die zunächst zurückhaltend waren, sich aber im Laufe der Workshops positiv entwickelt haben. Dazu werden erste Implementierungen als Ergebnis von WP4 präsentiert, um das Verständnis zu verbessern und erste Ergebnisse zu visualisieren.
Um praxisorientierte Diskussionen zu erleichtern, wird ein Radarsensormodell entwickelt und anhand von Messdaten validiert. Bei Abweichungen zwischen Modell und Realität wird eine strukturierte Methode für den Umgang mit unvollkommen passenden Modellen etabliert.
Das Potenzial von KI-Methoden in der virtuellen Validierung wird durch die Kategorisierung von Anwendungsbereichen und die Hervorhebung der Erklärbarkeit analysiert. Wir werden Empfehlungen zu diesen Methoden geben.
Schließlich werden wir die nächsten Schritte für die Integration von KI-Ansätzen in die virtuelle Validierung vorbereiten, um 2022/1426 in der Entwicklung weiter zu behandeln.
Die Integration in das prostep ivip-Framework stellte für die Implementierung und Einführung von HAIViSH gewisse Herausforderungen dar. Dennoch konnten wir schnell eine operative Ebene erreichen. Auf dieser Grundlage haben wir die strategische Ausrichtung und Roadmap des Projekts für 2025 festgelegt, verfeinert und optimiert, mit dem Ziel, Industriepartner für weitere Diskussionen und Workshops im Jahr 2026 zu gewinnen und einzubinden. Insbesondere im Hinblick auf bekannte KI-Anwendungen sind wir zuversichtlich, dass HAIViSH deren Integrationspotenzial aufzeigen und interdisziplinäres Feedback und Diskussionen mit Industriepartnern einholen wird.
Regulation “act” by its proverbial definition means “do something”. – Jürgen Pannek