Auftraggeber und Zulieferer müssen bei der verteilten Produktentwicklung nicht nur ihre Produktdaten austauschen, sondern auch ihre Messverfahren und Messpläne für die Qualitätssicherung abstimmen. Dafür gab es lange Zeit keinen allgemein verbindlichen Standard. Deshalb hat die Projektgruppe 3D Messdaten-Management (3DMDM) des prostep ivip Vereins vor einigen Jahren die gemeinsamen I++ Data Model Services (DMS) entwickelt und als Empfehlung veröffentlicht.
Basierend auf I++DMS beschäftigt sich die Nachfolge-Projektgruppe 3DMDM@Cloud mit der Definition von automatisierten Prozessen und Schnittstellen für den cloudbasierten Datenaustausch und die Synchronisation von Messdaten zwischen Partnern (OEMs, Zulieferern). Ziel ist es, die Lücken zwischen den MDM-Prozessen und -Werkzeugen zu schließen, den 3D-MDM-Datentransfer zu beschleunigen und zu automatisieren und die Messergebnisse für die Verbesserung künftiger Produkte zu nutzen. Dazu sollen die I++-Dienste auf cloudbasierte Webservices umgestellt und ihre Kompatibilität durch Harmonisierung mit anderen Standards für die Datenübertragung sichergestellt werden.
Wesentliche Ergebnisse der Projektarbeit waren die Definition von Anwendungsfällen für die Umsetzung. Die mit Hilfe eines Miro Boards dokumentierten Work Shops zu Strategien, Prozesse und Abhängigkeiten wurden aufbereitet und in einem PDF dokumentiert. Darüber hinaus diskutierte die Projektgruppe Best Practice für zukünftige Zusammenarbeitsmodelle auch im Hinblick auf die laufende CDT-Arbeitsgruppe.
Wegen einer sehr spät erfolgten Absage der Teilnahme seitens BMW beschloss die Arbeitsgruppe sich Ende 2024 aufzulösen.
Die Projektgruppe hielt trotzdem jeden Monat einen zweistündigen Online-Workshop ab um mögliche Aktivitäten in der CDT-Arbeitsgruppe abzustimmen. Leider fand sich keine Möglichkeit einen angestrebten POC zur Verprobung von cloudbasierten Datenaustausch und die Synchronisation von Messdaten zwischen Partnern (OEMs, Zulieferern) durchzuführen.
Die Arbeitsgruppe wird 2025 nicht fortgesetzt, plant aber sich beim prostep ivip Symposium zu treffen.
"Danke an die Arbeitsgruppe für die rege Beteiligung, zielführenden Diskussionen und Zusammenarbeit in 2024."
"Die digitalen Informationen im Produkt-Entstehungsprozess werden zukünftig maßgeblich dadurch geprägt sein, dass sie immer stärker voneinander abhängen und gleichzeitig immer verteilter entstehen. Dies gilt insbesondere auch für die Qualitätsdaten, von denen Teile zudem häufig außerhalb der OEM’s bei Partnern in einem weitverzweigten Wertschöpfungsnetzwerk liegen.
Die Informationen, deren Beschreibung sich die Initiative I++ widmet, dürfen somit nicht mehr in Isolation gesehen werden. Ausgehend von diesem Umstand, haben wir im letzten Jahr Ergänzungen für die Architektur von I++ DMS erarbeitet, die diesen Standard anschlussfähig für zentrale Konzepte des Collaborative Digital Twin (CDT) machen.
In Zeiten knapper Ressourcen gilt es darüber hinaus Aktivitäten zu bündeln, daher werden wir die weitere, inhaltliche Arbeit an Qualitätsdaten im Kontext des CDT weiterführen und die Arbeit in der Gruppe 3DMDM@Cloud Ende dieses Jahres abschließen.
Allen Beteiligten, aktuell tätigen und denen, die in den vergangenen Jahren die Grundsteine gelegt haben, sei an dieser Stelle für ihr unermüdliche Arbeit und ihren Input gedankt."