„Smart Systems Engineering“ (SmartSE)

Grundidee

Die Entwicklung komplexer mechatronischer Systeme, etwa in der Automobil- oder Luft- und Raumfahrtindustrie, steht zunehmend unter dem Druck, schneller, effizienter und kostengünstiger zu erfolgen. Ein zentraler Hebel hierfür ist der Einsatz von Systems Engineering-Methoden in Kombination mit virtueller Absicherung durch Simulation. Da diese Entwicklungsprozesse typischerweise über mehrere Ebenen der Zulieferkette verteilt sind, entsteht ein dringender Bedarf an standardisierten Simulationsprozessen und interoperablen Datenformaten, um Modelle und relevante Informationen effizient zwischen Partnern austauschen und wiederverwenden zu können.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Projektgruppe Smart Systems Engineering (SmartSE) des prostep ivip Vereins zum Ziel gesetzt, anwendungsnahe Konzepte für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit im simulationsgestützten Systems Engineering zu entwickeln.

 

Schwerpunkte & Konkrete Ergebnisse 2025 Anwender-Sicht

Im Mai 2025 hat SmartSE die Recommendation V4 veröffentlicht. Diese umfassende Empfehlung ist die Grundlage für die strategische Weiterentwicklung simulationsgestützter Methoden im Systems Engineering. Sie enthält unter anderem:

  • Das SmartSE V-Modell zur strukturierten Entwicklung vernetzter mechatronischer Systeme,
  • konkrete Use-Cases und Interaktionsszenarien,
  • Anforderungen an Simulationsmodelle für kollaborative Szenarien,
  • sowie Empfehlungen zu Prozessen, Standards und organisatorischen Rahmenbedingungen.

Ein kompaktes Executive Summary fasst die Inhalte zusammen. Zusätzlich gibt es einen Podcast in Deutsch, Englisch und Japanisch, der für seine klare Struktur und die Möglichkeit, die Kernthemen „on the go“ zu hören, begeistert. Ideal für Entscheidungsträger und Fachleute.

 

Schwerpunkte & Konkrete Ergebnisse 2025 Vendoren-Sicht

Der entwickelte SSP Layered Standard wird innerhalb von SmartSE bereits von mehreren führenden Tool-Vendoren aktiv umgesetzt. Diese Standardisierung ermöglicht eine einheitliche Beschreibung von Systemstrukturen, Parametern und Erweiterungen und schafft damit die Grundlage für eine nahtlose Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Simulations- und Engineering-Tools.
Ein wichtiger Meilenstein war die diesjährige Modelica-Konferenz, auf der SmartSE in mehreren Fachvorträgen die Anforderungen an die Weiterentwicklung der Tools vorgestellt hat. Diese Anforderungen adressieren unter anderem die Unterstützung komplexer Co-Simulationsszenarien, die Integration in modellbasierte Entwicklungsprozesse sowie die Erweiterung um kollaborative Funktionen. Damit setzt SmartSE klare Impulse für die zukünftige Tool-Landschaft und stärkt die Rolle offener Standards im Systems Engineering.

 

Organisatorische / technische  Herausforderungen 2025

Das Jahr 2025 brachte für SmartSE einige Herausforderungen mit sich. Die größte war die enorme Themenvielfalt innerhalb der Initiative – von Standards über Prozesse bis hin zu Tool-Integration. Um diese Komplexität zu bewältigen, wurden Use-Case-Cluster aufgebaut, die als strukturierende Elemente dienen und den Fokus auf praxisnahe Anwendungsbeispiele legen. Parallel dazu entstehen Demonstratoren, die die Umsetzung der Konzepte greifbar machen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die stärkere Vernetzung der Workpackages (WPs). Die Themen überschneiden sich zunehmend, weshalb die Cross-WP-Thematik eingeführt wurde. Sie ermöglicht eine engere Zusammenarbeit zwischen den Teams und fördert Synergien, um die Entwicklung simulationsgestützter Methoden effizienter und konsistenter voranzutreiben.

 

Was ist im Folgejahr geplant

Im kommenden Jahr wird SmartSE die begonnenen Use-Case-Cluster und Demonstratoren konsequent weiterentwickeln, um die praktische Anwendung simulationsgestützter Methoden noch greifbarer zu machen. 
Darüber hinaus wird ein neues White Paper „Simulation Credibility Assessment“ veröffentlicht. Dieses Dokument adressiert die zentrale Frage, wie die Vertrauenswürdigkeit von Simulationsergebnissen bewertet und sichergestellt werden kann – ein entscheidender Schritt für die Akzeptanz und den Einsatz von Simulationen in sicherheitskritischen und komplexen Systemen.

 

Kommentar Projektkoordination

„2025 hat gezeigt: Die Vielfalt der Themen hat Firmen enger zusammengebracht. Durch Use-Case-Cluster, Demonstratoren und Cross-WP-Ansätze beteiligen sich Unternehmen heute aktiver und treiben die Weiterentwicklung gemeinsam voran.“

 

Zitat vom Projektleiter

„SmartSE schafft die ideale Verbindung zwischen OEMs und Tool-Herstellern: pragmatisch, schnell und lösungsorientiert. Gemeinsam entwickeln, abstimmen und setzen wir kurzfristige Ansätze um – für maximale Effizienz und greifbare Ergebnisse.“

 

Projektleitung

Pate(n) WF, IF, BM,
Hans-Martin Heinkel, Robert Bosch GmbH

 

prostep ivip Kontakt (Koordination)

Philipp Thorwarth
+49 176 36351846
philipp.thorwarth@b-h-c.de

Teilnehmer

  • AVL List GmbH
  • BHC GmbH
  • Dassault Systèmes SE
  • DENSO Corporation
  • dSPACE GmbH
  • :em engineering methods AG
  • eXXcellent Solutions GmbH
  • Fraunhofer IESE
  • IPG Automotive GmbH
  • Nexus R&D
  • PMSF
  • PDTec
  • PonoSHIP Co.Ltd.
  • Raytheon Technologies Corporation
  • Robert Bosch GmbH
  • Siemens AG
  • Siemens Industry Software GmbH
  • Stellantis
  • Toshiba Digital Solutions Corporation
  • Toyota Motor Europe
  • UNITY AG
  • Volkswagen AG
  • ZF Friedrichshafen

 

 

 

Smart Systems Engineering - SmartSE

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