"Digital Data Package" (DDP)

Aufgabenstellung & Zielsetzung

Erfolgreiche Produkte entstehen heute im Zusammenwirken der Disziplinen Mechanik, Elektrik/Elektronik und Software. Dabei nehmen die Entwicklungs- und Fertigungsanteile zu, die in Unternehmenskooperationen erbracht werden. Für einen Digital Thread als Grundlage für Digital Twins und AI-Anwendungen ist es hierbei nicht mehr ausreichend, die einzelnen Teilmodelle mit Metadaten anzureichern und in gemeinsamen Strukturen zusammenzuführen.

Vielmehr müssen auch einzelne Inhalte wie Anforderungen, Funktionen, Wirkgeometrien, Toleranzen, Arbeitsvorgänge, Prüfmerkmale und -Ergebnisse unternehmens- und IT-System-übergreifend für Kommunikation und Kollaboration durch Menschen und IT-Systeme zugänglich gemacht werden.
Diesem Kontext widmet sich die DDP (Digital Data Package) prostep ivip / VDA Arbeitsgruppe: Diese Gruppe fokussiert sich auf die Entwicklung und Pflege eines vernetzten Datenaustauschpakets, um die modellbasierte, kollaborative Entwicklung von Produkten und Systemen zu unterstützen.

Schwerpunkte & konkrete Ergebnisse

In diesem Jahr haben Vendoren in der Projektgruppe ihre Prototypen zur Erstellung und Bearbeitung von DDPs weiterentwickelt, um ihre Arbeitsergebnisse anhand konkreter Beispiele aus der Produktentwicklung zu testen. Das Datenmodell wurde um zusätzliche Attribute erweitert, die beispielsweise den MoSSEC-Standard unterstützen oder die Domäne Validierung und Verifikation (V&V) ansprechen. Die im letzten Jahr veröffentlichte Empfehlung wurde ebenfalls erweitert und eine aktualisierte Version wird bis Ende des Jahres veröffentlicht.
Zu den wichtigen Ergebnissen dieses Jahres zählen:

  • Abstimmung und Alignment mit der CDT-Arbeitsgruppe: Es wurde eine enge Zusammenarbeit mit der CDT-Arbeitsgruppe sichergestellt, um Synergien zu nutzen und gemeinsame Ziele zu verfolgen z.B. die gemeinsame Abstimmung einer Ontologie.
  • Workshop beim prostep ivip Symposium: Die Ergebnisse und Fortschritte wurden in einem gut besuchten Workshop auf dem prostep ivip Symposium präsentiert und diskutiert. Dabei wurden Fortschritte an der Schnittstelle zwischen MBSE und Mechanik diskutiert, aber auch der Einsatz vorhandener und gerade entstehender Prozesse und Technologien zur Bereitstellung von Engineering-Daten für Digital Twins und AI erarbeitet z.B. CATENA-X, GAIA-X etc.
  • Evaluierung paralleler Ansätze: Ergebnisse aus der Evaluierung paralleler Ansätze wie AASX und EasySTEP wurden analysiert und diskutiert.

Organisatorische & technische Herausforderungen

Im Gegensatz zu anderen Vereinsprojekten gibt es für das DDP nur eine Projektgruppe, in der Anwenderunternehmen und Vendoren agil zusammenarbeiten. Dies erfordert von beiden Seiten ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen und Engagement. Die Teilnehmer*innen veranstalten monatlich ein Sprint-Review und verfolgen ihre Aufgaben mit JIRA. Eine Herausforderung für die Projektgruppe besteht darin, die marktbeherrschenden PLM-Vendoren zur Zusammenarbeit zu bewegen, um die Projektergebnisse schneller in die industrielle Praxis zu überführen.

Das ist die Planung für das Jahr 2025

Um den Weg für den industriellen Einsatz des DDP weiter zu ebnen, plant die Projektgruppe folgende Schwerpunkte für das Jahr 2025:

  • Unterstützung des CASCaDE-Projekts bei der Standardisierung
  • Anwendung des CASCaDE Standards in der Umsetzung des DDPs
  • Verbesserung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit und Abstimmung mit anderen Projektgruppen: Verstärkter Austausch und Abstimmung mit anderen Projektgruppen wie CDT, JT, LOTAR usw.
  • Erweiterung der Anwendungsfälle hinsichtlich Nachhaltigkeit, Inspektion und DDP für MBD (model-based definition)
  • Erstellung von Best Practices:
    • DDP für AASX: Verwendung von neutralen Format-Mappings zur Erstellung von AASX mit tiefen Verknüpfungen zu Mechanik und Geometrie.
    • DDP for Joining: Verwendung von DDPs für digital maschinenlesbare Repositories für Verbindungsinformationen, einschließlich geometrischer und technologischer Informationen, Verbindungsbedingungen, Material der Teile, Normteile, Versionierung und Annotationen.
    • Dokumentation und Dissemination: Erweiterte Demos und Videos, die DDP-Anwendungsfälle und Benutzerreisen zeigen.
    • DDP für Nachhaltigkeit: Digitale Datenpakete als Transportmittel für Nachhaltigkeitsdaten.
  • Durch diese Maßnahmen sollen die Voraussetzungen für eine breite industrielle Anwendung des DDP geschaffen und weiter ausgebaut werden.

Das sagt die Projektkoordination:

„Die Projektgruppe DDP hat auch im Jahr 2024 vollständig ihre Ziele erreicht und hervorragende Ergebnisse erzielt. Hinzu kommt, dass die Arbeitsgruppe wie angekündigt, eine Standardisierung bei der Object Management Group (OMG) unter dem Namen CASCaDE initiiert hat. Diese hat bereits sehr gute Fortschritte erzielt und schreitet weiter planmäßig voran. Ich bedanke mich für das große Engagement unserer Mitglieder, insbesondere bei unserem Technischen Projektleiter Michael Kirsch“

Das sagt die Projektleitung:

„Die neu angestoßenen CASCaDE-Aktivitäten zeigen den Bedarf eines standardisierten Datenaustauschpakets und auch das Engagement in unserer Gruppe.  Wir sehen genau dieses Engagement als einen Schlüssel für den Erfolg unseres Projektes und hoffen, dass der Spirit in unserer Gruppe weiterhin so hervorragend bleibt. Alle interessierten Parteien sollen praktische Erfahrungen mit dem DDP sammeln können. Für das nächste Jahr haben wir uns vorgenommen, Anwender-Unternehmen und Vendoren auf dem Weg zur Industrialisierung zu unterstützen und die enge Zusammenarbeit mit Partner-Arbeitsgruppen weiterzuführen.“

Projektleitung

Pate(n) WF
Oliver Klaar | ZF Friedrichshafen AG
Daniel Krems | AVL List GmbH

prostep ivip Kontakt (Koordination)

Torsten Schmied
 +49 (221) 179188-156
Torsten.Schmied@PROSTEP.com

Technischer Projektleiter

Michael Kirsch
+49 151 14832300 
michael.kirsch@em.ag

Teilnehmer

  • :em engineering methods AG
  • AVL List GmbH
  • John Deere GmbH & Co. KG
  • PROSTEP AG
  • Robert Bosch GmbH
  • Schaeffler Technologies AG & Co. KG
  • The Boeing Company
  • VDA - Verband der Automobilindustrie e.V.
  • Volkswagen AG
  • ZF Friedrichshafen AG