Collaborative Digital Twins (CDT)

Grundidee 

Die Projektgruppe Collaborative Digital Twins (CDT) ist ein gemeinsames Projekt des Vereins prostep ivip und des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Die Projektgruppe wurde 2022 gegründet, um aus Sicht des prostep ivip eine Definition und inhaltliche Ausgestaltung kollaborativ und unternehmensübergreifend erstellter Digitaler Zwillinge zu erarbeiten und aktuelle Aktivitäten zu bündeln. Hierzu gibt es trotz der Relevanz und hohen Aufmerksamkeit in Publikationen und in der Community keine klare Positionierung des prostep ivip Vereins zum Thema Digitale Zwillinge. Darüber hinaus arbeiten mehrere bestehende Projektgruppen an Themen, die einen Bezug zu digitalen Zwillingen haben oder deren Ergebnisse beim Aufbau von digitalen Zwillingen genutzt werden können. CDT beheimatet und bündelt somit die relevanten Diskussionen innerhalb von prostep ivip über Digital Twins aus methodischer, technischer und rechtlicher Sicht und ermöglicht damit den Mitgliedsunternehmen, den Weg zu kollaborativen Digital Twins zu beschreiten.

 

Schwerpunkte & Konkrete Ergebnisse 2025 Anwender-Sicht

Aus Anwendersicht wurden praxisnahe Workflows für die kollaborative Entwicklung geschaffen. Die fünf User Journeys decken typische Szenarien ab: von der Anforderungsdefinition über Systemdesign und Simulation bis hin zu Integration und Tests. Das kollaborative Anforderungsmanagement wurde beispielhaft in einem Demonstrator umgesetzt und zeigt, wie Echtzeit-Datenaustausch ohne Datei-Transfer funktioniert und dabei IP-Schutz und Datenhoheit gewahrt bleiben. Dies führt zu reduzierten Iterationsschleifen, höherer Transparenz und verbesserter Traceability. Sämtliche entwickelte Ergebnisse und Ansätze sind dabei kompatibel mit bestehenden Initiativen wie Catena-X und ReqIF.

 

Schwerpunkte & Konkrete Ergebnisse 2025 Vendoren-Sicht 

2025 wurde das Implementors Laboratory erfolgreich durchgeführt und ein Demonstrator implementiert. Dieser bestätigte, dass die CDT-Prinzipien und die entwickelte IT-Architektur in industrienahen Umgebungen praktikabel sind. Die Umsetzung umfasste die Integration verschiedener Engineering-Tools und die Harmonisierung von Datenmodellen für den unternehmensübergreifenden synchronen datenbasierten Austausch. Alle Ergebnisse wurden in enger Abstimmung mit relevanten Organisationen und Projektgruppen validiert, um Kompatibilität mit bestehenden Standards sicherzustellen.

 

Schwerpunkte & Konkrete Ergebnisse 2025 BM 

2025 wurden die Core Ontology sowie erste Domänen-Ontologien fertiggestellt und als Grundlage für semantische Interoperabilität veröffentlicht. Im Implementors Laboratory erfolgte die Implementierung der User Journeys für kollaboratives Anforderungsmanagement innerhalb des CDT-Demonstrators. Insgesamt wurden sechs Journeys aus CDT heraus, publiziert. Mit dem Projektabschluss wurde die finale CDT-Recommendation verabschiedet und für die Industrie bereitgestellt.

 

Organisatorische / technische  Herausforderungen 2025 

Die Bereitstellung industrienaher Daten für das Implementors Laboratory erwies sich als schwierig. Stattdessen wurde auf Daten eines Marsrover-Demonstrators zurückgegriffen, um die geplanten Szenarien zu implementieren. Für den CDT-Demonstrator war zudem das Mapping der APIs verschiedener Engineering-Tools auf ein einheitliches Datenmodell erforderlich, um den unternehmensübergreifenden Austausch zu ermöglichen. Zusätzlich mussten kontinuierlich Rückmeldungen aus Anwendersicht zu Zwischen- und Endergebnissen eingeholt und integriert werden.

 

Was ist im Folgejahr geplant

Das CDT- Projekt wird Ende 2025 abgeschlossen. Die erarbeiteten Ergebnisse bilden die Grundlage für das neue Folgeprojekt Live Collaboration in Engineering (LCE), das 2026 startet. LCE befasst sich mit synchronisierter, unternehmensübergreifender Echtzeit-Kollaboration entlang des V-Modells. Geplant sind unter anderem, die Standardisierung realer Use Cases im Bereich „Software-defined Product“ sowie die Weiterentwicklung der Ergebnisse des CDT Implementors Laboratory.

 

Kommentar Projektkoordination

„2025 war das Jahr der Umsetzung: Mit dem CDT-Demonstrator haben wir am Beispiel Requirements Engineering gezeigt, wie basierend auf unseren User Journeys und der entwickelten IT-Architektur Digitale Zwillinge unternehmensübergreifend und kollaborativ entwickelt werden können. Die Basis für die nächste Stufe – Live Collaboration in Engineering – ist gelegt.“ – Dr. Sebastian Schweigert-Recksiek, :em engineering methods AG

 

Zitat vom Projektleiter oder Projektpartner mit Namen

„Mit dem CDT Proof of Concept haben wir einen echten Meilenstein erreicht: Anstatt komplette Dateien hin- und her senden zu müssen, können wir jetzt direkt auf den eigentlichen Daten/einzelnen Werten  miteinander kollaborieren. Das reduziert Komplexität und vermeidet Schnittstellenverluste und unnötige Datenflut. Für mich ist dies ein Quantensprung in der Zusammenarbeit – effizient, transparent und zukunftsweisend.“ – Dr. Sebastian Handschuh, Mercedes-Benz AG
„Die Ergebnisse des Implementors Labs haben gezeigt, wie schnell welche großen Schritte in der unternehmensübergreifenden digitalen Kollaboration wir im CDT und im prostep ivip machen. Was früher Tage oder Wochen dauerte, passiert jetzt in Sekunden – und das über unterschiedliche IT-Umgebungen hinweg. Das ist nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern eröffnet völlig neue Möglichkeiten für agile, vernetzte Entwicklung. Diese greifbaren Möglichkeiten müssen wir jetzt umsetzen.“ – Peter Gerber, Schaeffler Technologies AG & Co. KG

Projektleitung

Dr. Sebastian Handschuh, Mercedes-Benz
Peter Gerber, Schaeffler AG

prostep ivip Kontakt (Koordination)

Dr. Sebastian Schweigert-Recksiek
(+49(0) 6151 7376-100)
Sebastian.Schweigert-Recksiek@em.ag

Teilnehmer 

  • :em engineering methods AG
  • Accenture GmbH
  • AVL List GmbH
  • Configit GmbH, CONWEAVER GmbH
  • Dassault Systemes
  • Fraunhofer IESE
  • Fraunhofer IPK
  • Heinz Nixdorf Institute
  • University of Paderborn
  • Mercedes-Benz AG
  • Mews Deutschland GmbH
  • PROSTEP AG
  • Robert Bosch GmbH
  • RPTU Kaiserslautern
  • Schaeffler Technologies AG & Co. KG
  • SSC-Services GmbH
  • The Boeing Company
  • Threedy GmbH
  • Toyota Motor Corporation
  • TU Berlin
  • TU Darmstadt
  • TU Dortmund
  • TU Ilmenau
  • TU Hamburg
  • UNITY AG
  • ZF Friedrichshafen AG