Code of PLM Openness (CPO)

Grundidee

Der Trend zu modularen, kompositionsfähigen (composable) PLM-Architekturen stellt hohe Anforderungen an die Offenheit der einzelnen Software-Bausteine. Diese Offenheit durchzusetzen und damit die Integration von IT-Anwendungen in Unternehmensnetzwerke oder IoT-Umgebungen zu vereinfachen, ist Sinn und Zweck des „Code of PLM Openness“. Der CPO ist eine Initiative des prostep ivip Vereins, die unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) steht.

Der CPO verknüpft Anforderungen der Anwender mit technischen Anforderungen an IT-Lösungen und soll es Unternehmen ermöglichen, die Offenheit von Software-Vendoren und ihren Lösungen zu bewerten. Der Kriterien-Katalog umfasst messbare Kriterien für Kategorien wie Interoperabilität, Infrastrukturen, Erweiterbarkeit, Schnittstellen, Standards, Architekturen oder Partnerbeziehungen. Mit Unterstützung der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) entwickelt der prostep ivip Verein ein Zertifizierungsprogramm, das künftig auch die Offenheit von Software-Lösungen bescheinigen soll.

 

Schwerpunkte & konkrete Ergebnisse 2025

Das CPO-Projektteam beschäftigte sich im vergangenen Jahr vor allem damit, in Zusammenarbeit mit dem DAkkS die bisherige, organisationszentrische CPO-Zertifizierung effizienter zu gestalten und international als Standard zu etablieren. Parallel dazu schuf sie in Abstimmung mit dem Standardization Strategy Board (SSB) des prostep ivip Vereins die Grundlagen für eine CPO-Zertifizierung von Software-Produkten. Um die Anforderungen weiterer Branchen in punkto Offenheit zu berücksichtigen, soll das CPO-Projektteam sukzessive um Anwenderfirmen und Software-Anbieter aus diesen Bereichen erweitert werden.

In allen drei Themenfeldern konnten Fortschritte erzielt werden. So wurde eine Neufassung der organisatorischen CPO-Zertifizierung erstellt und vom DAkkS freigegeben. Das Projektteam arbeitete intensiv an einem möglichen Bewertungsverfahren für Software-Produkte. Als konsequenter Schritt wurde ein deutlich erweitertes CPO Self Assessment der Vendoren zu ihren relevanten Produkten entwickelt. Dabei werden die Produkte bez. ihrer unterstützten Anwendungsbereiche differenziert (Application Domains) – orientiert an den Ergebnissen der SSB-Arbeitsgruppe hinsichtlich Standards und Anwendungsbereichen. Der vorliegende Entwurf wird 2026 erstmals von den Vendoren befüllt.
In Bezug auf eine Erweiterung der vertretenen Branchen konnte 2025 erfolgreich die internationale Aerospace & Defense PLM Action Group gewonnen werden.

 

Organisatorische & technische Herausforderungen 2025

Die erwähnten Themenschwerpunkte sind technisch außerordentlich komplex und bedürfen einer intensiven Konsensbildung zwischen Anwendern und Vendoren. Deshalb versucht die CPO-Projektgruppe, über den Tellerrand zu schauen und mit der eher anwenderorientierten SSB-Arbeitsgruppe zusammenzuarbeiten. Das erfordert jedoch eine bisher nicht vorgesehene Abstimmung der Gruppen – ähnlich einem Workflow und einem Implementor Frorum.

 

Planung für das laufende Jahr 2026

Im laufenden Jahr will die CPO-Projektgruppe das neue Template zum CPO Self Assessment in die Praxis bringen und bei möglichst mehreren Vendoren und Software-Lösungen zum Einsatz bringen. Des Weiteren wird intensiv daran gearbeitet, wie der CPO im Zusammenhang mit anderen Initiativen, wie GAIA-X, CATENA-X und Datenräumen etc. sowie den Themen Asset Administration Shell und Product Pass zu sehen ist und wie man kooperieren könnte. Um dabei den Anforderungen der Anwenderseite gebührend Rechnung zu tragen, wird sie intensiver mit dem SSB zusammenarbeiten, in dem viele Anwenderfirmen vertreten sind. 
Darüber hinaus wird es die ersten gemeinsamen Aktivitäten mit der internationalen Aerospace & Defense PLM Action Group geben.

 

Das sagt die Projektkoordination:

„Zusammenhalt und Zusammenarbeit in der CPO-Projektgruppe waren sehr gut, so dass wir insbesondere beim Thema CPO Self Assessment vorangekommen sind. Dass die Meetings nur noch virtuell stattfanden, hat sich auf die Arbeit nicht negativ ausgewirkt.“

 

Das sagt die Projektpatin:

„Wir brauchen gerade mit Blick auf die Software-Bewertung mehr Input von den Anwenderfirmen. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit mit dem SSB im laufenden Jahr weiter intensivieren.“

Projektleitung

Patin WF, IF, BM,
Andrea Denger, AVL List GmbH

prostep ivip Kontakt (Koordination)

Dr. Mario Leber

+49 151 20435228
mario.leber@prostep.com

Teilnehmer des Kernteams

  • AVL List GmbH
  • CONTACT Software GmbH
  • CONWEAVER GmbH
  • Dassault Systemes SE
  • EVIDEN Germany GmbH
  • PTC Inc.
  • Robert Bosch GmbH
  • Siemens Digital Industries Software Inc.
  • T-Systems International GmbH
  • XPLM Solutions GmbH