
Für die Kommunikation von administrativen Produktdaten z.B. zwischen PDM-Systemen gibt verschiedene Möglichkeiten. Entscheidend ist, ob die Kommunikation synchron (online) oder asynchron (offline) erfolgt. Bei der synchronen Kommunikation geht es im wesentlichen nicht um eine Replikation von Daten, sondern um den direkten Zugriff. Hierfür werden meist die Techniken CORBA (OMG, siehe auch www.ivip.de) und XML (W3C, siehe auch www.PDTnet.org) eingesetzt. Beim asynchronen Datenaustausch werden die Daten repliziert und als Dateien versendet. Hier gibt es z.Z. keine Alternative zum STEP-Format. Das theoretisch verfügbare XML-Format für Dateien ist gegenüber STEP-Dateien aus verschiedenen Gründen, wie z.B. Dateigröße und Möglichkeiten der Verzeigerung, nicht vorteilhaft (siehe auch www.PDTnet.org).
Im Bereich des PDM-Datenaustausches liegt bei weitem noch nicht der Umfang an Erfahrungen vor wie im CAD-Bereich. Dies liegt u.a. daran, dass mit dem elektronischen Austausch von PDM-Daten in der Praxis erst begonnen wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kommunikationsprobleme weniger an der falschen Einstellung oder der fehlenden Qualität der Prozessoren liegt sondern vielmehr semantischer Natur sind. Das heisst, dass der Sender Attributwerte verwendet, die für den Empfänger keine oder möglicherweise ein andere Bedeutung haben (z.B. Freigabestand C). Da in vielen PDM-Systemen die zu verwendenden Attribute zahlreicher Objekte firmenspezifisch vordefiniert sind, um Work-flows zu steuern, können nicht vorgesehene Werte nicht angelegt werden. Solche Werte müssen entweder adaptiert (Mapping) werden oder in speziellen Tabellen für Kundenwerte im PDM-System abgelegt werden.
Kommunikationsprobleme im PDM-Bereich sind daher meistens nicht prozessor- oder systemspezifisch sondern firmen- und prozessspezifisch. Eine Lösung kann nur eine kooperations- oder projektspezifische Absprache sein. Für Adaptionen (Mappings) gibt es Softwarebausteine, die einem einlesenden Prozessor vorgeschaltet oder einem schreibenden Prozessor nachgeschaltet werden können.
Konkrete Best Practices und Empfehlungen bei bestimmten Systemkombinationen lassen sich aus dem Ergebnisbericht des 6. STEP Prozessor Benchmarks für PDM Datenaustausch ablesen.