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Mai 2007 - ProSTEP iViP Symposium 2007: Im zehnten Jahr. In voller Blüte.

Mai 2007 - Die Engineering-Netzwerke verbessern und gemeinsam Standards setzen – das war das Motto des zehnten ProSTEP iViP Symposiums, das am 25. und 26. April in der Volkswagenstadt Wolfsburg statt-fand. Sponsoren waren VW und IBM. Das Motto bot nicht nur den roten Faden durch die 32 Vorträge und vier Workshops. Die Veranstaltung bewies auch durch ihre Zusammensetzung, dass der ProSTEP iViP Verein von der Industrie als zentraler Knoten ihres erfolgreichen Networkings betrachtet wird. Erneut wurde das Rekordergebnis von 2005 eingestellt und teilweise übertroffen.

370 Teilnehmer aus 14 Ländern begrüßte Vereinsvorstand Ulrich Ahle von Siemens Business Services zur Er-öffnung. Etwa doppelt so viele wie beim ersten Mal 1998. Das Niveau der letzten Veranstaltungen wurde damit zum dritten Mal in Folge gehalten. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Spezialisten zu diesem Netzwerk schick-ten, stieg sogar nochmals von 120 im vergangenen Jahr auf 139, ein Zuwachs von 16%. Mit 21 Ausstellern war der verfügbare Raum im CongreßPark Wolfsburg für die Stände der IT-Anbieter und Systemintegratoren optimal genutzt. Auffällig war die Verjüngung der Teilnehmer. Auch die neue Generation von Ingenieuren und Informati-kern setzt offensichtlich auf Innovation durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und Standardisierung.

Die einleitende Keynote von Dr. Detlev Hoge, Leiter Produktdatenmanagement im Volkswagen Konzern, un-terstrich diese Bedeutung der Netzwerke. Nicht mehr Universalgelehrte und geniale Erfinder sondern Teams aus eigenen Mitarbeitern und externen Partnern in aller Welt sind die Väter großer Innovationen. Angesichts der in rasantem Tempo wachsenden Datenflut in Gesellschaft und Industrie formulierte er die These: „Wie ein Unter-nehmen mit diesen Daten umgeht, wie es daraus Informationen und vor allem Wissen generiert, das unterschei-det heute die Vorreiter von der Masse“. Während Daten meist einfach zu erfassen und zu strukturieren seien, erfordere echte Information bereits Analyse und Interpretation. Das Wissen als höchste Form aber stecke zu mehr als 80 Prozent in unseren Köpfen. „Nur wenn wir miteinander reden“, so Dr. Hoge, „lässt sich dieses intel-lektuelle Kapital nutzen.“

Buddy Raines, CTO PLM der Software Group von IBM, verwies in seiner Keynote auf eine weltweite CEO-Studie vom vergangenen Jahr. 75 Prozent der Befragten nannten dabei die Zusammenarbeit mit Partnern als wichtigsten Schlüssel für Innovation. Zugleich sahen sie in ihren tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten, solche „Collaboration“ zu realisieren, eines der größten derzeitigen Mankos.

Buddy Raines erläuterte als Antwort auf diese Herausforderungen die von IBM verfolgte Strategie eines „SOA für PLM“, also einer service-orientierten Architektur zur Integration von PLM-Bausteinen, die Ende 2006 als PDIF (Product Development Integration Framework) vorgestellt worden war. Ein Ansatz, mit dem IBM neues Terrain betritt: nicht mehr nur als Partner von Dassault Systèmes, sondern zugleich als Anbieter eines neutralen Rah-menwerks, für das bereits eine Reihe führender Softwarehersteller und Systemintegratoren als strategische Partner gewonnen werden konnten.

Dass sich SOA anschickt, in nahezu alle Anwendungsumgebungen frischen Wind zu bringen, machten etliche weitere Vorträge im Verlaufe der zwei Tage klar. Vom service-basierten Records Management von SAP bei Pier-burg bis zur Integrationslösung, die quer über 500 bis 1.000 unterschiedliche Systeme bei VW, seinem Groß-handel und dem Händlernetz für standardisierte Prozesse sorgen soll. Für den Augenblick – das zeigten aller-dings die meisten Vorträge – dominieren weiterhin pragmatische Lösungen die Szene. Da ging es um standardi-sierte Checks für Datenqualität, bessere Abstimmung der Daten zwischen Mechanik und Elektrotechnik in der Kabelbaumkonstruktion oder Vereinheitlichung des Engineering Change Managements zwischen OEM’s und Zulieferern, um nur einige der zahlreichen Themen beim Namen zu nennen.

Alle reden von Prozessorientierung. Aber folgt wirklich der IT-Einsatz der Definition sauberer Abläufe? Oder ist es umgekehrt? Vereinsvorstand Professor Dr. Martin Eigner, Universität Kaiserslautern, wollte eigentlich mit seiner Keynote „Process follows IT?“ am Nachmittag des ersten Tages letzteres kritisieren, kam aber dann zu dem Schluss: Es könnte durchaus grundsätzliche, technologische Neuerungen geben, die bisher unbekannte Vorgehens- und Verfahrensweisen erlauben. Neue Softwarewerkzeuge seien gefragt, um weiter zu gehen, als die Detaillierung einer Konstruktion durch CAD zu perfektionieren. Engineering Morphing, also das intuitive, interaktive und kreative Ändern von Geometrien weit vor der Detail-Definition, nannte er als Beispiel, das endlich aus dem Stadium der Idee in das eines marktfähigen Produktes kommen solle. „Wir sind als ein Verein, der Professoren, Anwender und IT-Hersteller umfasst, eine weltweit einmalige Institution. Wir sollten das nutzen, um gemeinsam neue Entwicklungen anzustoßen, die für die industrielle Praxis relevant sind.“

Immer mehr findet sich das Know-how des Ingenieurs in der digitalen Welt, muss als Daten gespeichert und weltweit kommuniziert werden. Die zunehmende Verteilung auch der Produktentstehungsprozesse macht diesen Zwang noch kritischer. Die bereits eingangs von Dr. Hoge gestreifte Frage angemessener Datensicherheit wurde in den beiden abschließenden Keynotes am zweiten Tag von Dr, Uwe von Lukas, Zentrum für Graphische Da-tenverarbeitung in Rostock, und Wilhelm Kerschbaum, Leiter IT für Zulieferer- und Fahrzeugprojektmanagement der BMW Group, nochmals aufgegriffen und konkretisiert.

Dass der Verein ausgesprochen lebendig ist und die Themen der Zeit mit seinen Symposien richtig adressiert, hat die Veranstaltung unter Beweis gestellt. Vielleicht ist es, wie von Professor Eigner vorgeschlagen, jetzt wirk-lich an der Zeit, noch einen Schritt weiter zu gehen und neue Wege einzuschlagen. Nicht nur in Richtung Stan-dardisierung und bessere Nutzung der IT, sondern auch in Richtung Anstöße für Innovationen in der IT selbst.


Dateien:
ProSTEP_Symposium_2007_Presseinfo_d.doc

Von: ProSTEP iViP

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