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März 2007 - Produktentstehung in Netzwerken: Ein Kommunikationsmodell für firmenübergreifendes Projektmanagement

März 2007 - Der ProSTEP iViP Verein hat eine Empfehlung zum firmenübergreifenden Projektmanagement veröffentlicht. Die ProSTEP iViP Recommendation „Collaborative Project Management“ (CPM) Part 1 steht im Internet unter www.prostep.org zum Download zur Verfügung. Sie enthält ein Referenz-Modell, das die einzelnen Prozesse und Methoden eines Partnerschaftsprojektes definiert und regelt.

Die Zeit, in der Zulieferer nur als verlängerte Werkbank betrachtet wurden, ist längst vorbei. Vielerorts ist der Trend zur Übernahme der Projekt- und Entwicklungsverantwortung zu beobachten. So wird der Anteil der Eigenentwicklung in der Automobilindustrie - aber auch in anderen Branchen - in fünf Jahren nur noch ca. 30% betragen. Dies erfordert über den gesamten Produktentstehungsprozess eine immer stärkere Verzahnung des Informationsaustausches und der Projektkoordination, womit wiederum ein steigender Kommunikations- und Steuerungsaufwand verbunden ist. Klaus Kubitza, bei BMW unter anderem verantwortlich für Collaborative Engineering und Project Management, vergleicht die Situation mit dem Sport. „Früher stand jede Mannschaft wie beim Volleyball auf Ihrer Seite.“ Heute verliefe die Arbeit dagegen eher ähnlich einem Basketballspiel. „Das Tempo hat sich erhöht und alle sind ständig in Bewegung. Da bedarf es schon sehr viel Training, eine Mannschaft aufzubauen und zu wissen, was die Stärken eines jeden Spielers sind und auf wen man sich verlassen kann.“

„Natürlich gab und gibt es gut funktionierende Partnerbeziehungen“, stellt Holger Bär von ZF Friedrichshafen fest, „die sind langfristig gewachsen.“ Durch kürzere Entwicklungszeiten fehlt jedoch die nötige Zeit zur Formung einer solchen Mannschaft. Darüber hinaus erhöht sich die Zahl der „Mitspieler“ und unterschiedliche Unternehmenskulturen treffen aufeinander. „Für neue firmenübergreifende Entwicklungsprojekte gab es, bezogen auf Projektmanagement, bisher keine „Strickmuster“, an denen man sich hätte orientieren können.“ Darum sieht Holger Bär die Lösung in klaren und durchgängigen Methoden und Kommunikationsmodellen.

Im Jahr 2004 wurde daher auf Anregung von BMW die Projektgruppe „Collaborative Project Management (CPM)“ im ProSTEP iViP Verein ins Leben gerufen. Der Verein bietet seinen Mitgliedern eine Plattform, um aktuelle Probleme im Umfeld firmenübergreifender Entwicklungsprozesse schnellstmöglich gemeinsam lösen zu können. „Die treibende Kraft dazu erzeugen immer die Mitglieder mit ihrem konkreten Handlungsbedarf“, beschreibt Dag Plischke von PROSTEP das bisherige Erfolgsrezept des Vereins.

Die Teilnehmer der Projektgruppe CPM sind Mitarbeiter von Automobilkonzernen (OEM), Zulieferern, Unternehmensberatungen und von Hochschulinstituten. Dadurch orientierte sich das Team stark an den Anforderungen der täglichen Praxis. Denn man wollte weder den theoretisch idealen Prozess auf dem Papier entwickeln noch sich zu früh von den Einsatzbedingungen vorhandener Software-Systeme leiten lassen.

Die Arbeitsergebnisse der Projektgruppe CPM erschließen den einzelnen Unternehmen bei firmenübergreifenden Entwicklungsprojekten neue Nutzungspotentiale, wodurch Kosten und Durchlaufzeiten gesenkt werden können, denn „... dieser formale Ansatz der Recommendation ist sehr interaktionsgetrieben und erweist sich durch seine geregelte Planung als sehr effizient“, fasst Thomas Naumann von DaimlerChrysler die Vorteile zusammen. „Das schafft für alle Beteiligten die nötige Verbindlichkeit und Transparenz für die Durchführung des gemeinsamen Vorhabens. Gleichzeitig minimiert die CPM-Methode mit ihren Einzelelementen und vor allem in ihrem Gesamtumfang den messbaren Aufwand an zeit und Kosten. Letztlich erhöht sie die Qualität der Planungsprozesse - wie von verschiedenen Quality-Frameworks wie zum Beispiel CMMI (Capability Maturity Model Integration) bestätigt wird.“

Die nächste Herausforderung an die Projektgruppe CPM besteht darin, die bisher erarbeiteten Regeln des Referenz-Modells in Software-Systemen abzubilden. „Nach dem die Prozesse geklärt und man damit die Möglichkeit geschaffen hat, mit „einer Sprache“ zu sprechen, muss nun ein Werkzeug geschaffen werden, Daten zwischen Partnern mit ihren unterschiedlichen Systemen auszutauschen“, beschreibt Florian Kupfer vom Softwareunternehmen Actano die nächsten Ziele, „so dass die Abstimmungen zwischen den Unternehmen in Zukunft wesentlich schneller und reproduzierbarer ablaufen können.“

In Seminaren werden die Inhalte der Recommendation und des Referenz-Modells an interessierten Unternehmen weitergegeben. Die Recommendation ist auf den Webseiten des ProSTEP iViP Vereins unter www.prostep.org verfügbar. Bei Fragen zur Recommendation und zur Projektgruppe CPM wenden Sie sich an psev@prostep.com.


Dateien:
PI_CPM-Recommendation_deutsch.doc

Von: ProSTEP iViP

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