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Mai 2009 - ProSTEP iViP Symposium 2009 - Prozesse, die Innovation fördern

Mai 2009 - Darmstadt – Mit mehr als 300 Teilnehmern behauptete das ProSTEP iViP Symposium auch im Krisenjahr 2009 seine herausragende Rolle als zentrale Börse für Informations- und Erfahrungsaustausch rund um den Produktentstehungsprozess und seine IT-Unterstützung. Dem Verein gelang es erneut, die richtigen Themen zu setzen und die richtigen Referenten zu gewinnen. Wer teilnahm, konnte reichlich ernten: Brandaktuelle Fragen wie die Elektro-Mobilität wurden ebenso auf höchstem Niveau adressiert wie alle wichtigen Aspekte des großen Themas PLM.

Entscheidungsträger in der Industrie müssen in diesen Tagen gute Gründe haben, um an einer zweitägigen Veranstaltung teilzunehmen. Die Zahlen des 12. Symposiums sprechen für sich: Aus 104 Unternehmen und 17 Instituten der Forschung und Lehre und aus insgesamt neun Ländern kamen die Teilnehmer, denen 50 Vorträge in parallelen Sessions und drei mehrstündige Workshops zur Auswahl angeboten wurden.  17 IT-Anbieter und Systemintegratoren nutzten die Veranstaltung zur begleitenden Ausstellung ihrer Produkte und Dienstleistungen.

Professor Gernot Spiegelberg, Siemens Corporate Technology, hielt eine flammende Rede für eine Mobilität, die sich nicht mehr auf Verbrennungsmotor und Mechanik stützt, sondern auf eine hochinteressante Mischung aus Informationstechnik und Elektrik: „Elektromobilität kann allerdings nur funktionieren, wenn gleichzeitig unter Hochdruck an einer grundlegenden Veränderung der energietechnischen Infrastruktur gearbeitet wird.“ Die größte Herausforderung sieht er darin, die gesamte Fahrzeugstruktur derart neu zu gestalten, dass nicht mehr die Mechanik die Grundlage ist, sondern die Informatik: „Heute brauchen wir Computer, die fahren, und nicht Autos, die verfügbare Errungenschaften wie den in Radnabenmotor nicht nutzen können. Bei diesen grundlegenden Innovationen kann PLM eine sehr hilfreiche Rolle spielen.“

Das Leitthema „Mechatronische Produktentwicklung – eine interdisziplinäre Herausforderung“ nahm – nach einem Plenumsvortrag von Professor Jürgen Gausemeier über eine neue Schule der Entwicklungsmethodik mechatronischer Produkte – den größten Raum in der Veranstaltung ein, aber daneben gab es Vorträge und Debatten zu allen Fragen, die den Verantwortlichen momentan unter den Nägeln brennen. Zum Digital Rights Managements wurden erste Ergebnisse des ProSTEP iViP Projekts „Secure Product Creation Processes (SP²) in Form des Microsoft Information Vault vorgestellt. Viele Referenten widmeten sich den Methoden der Visualisierung und Produktabsicherung – eine ganze Session gab es allein zur Standardisierung von JT. Änderungs- und Requirements Management, Bordnetzstandardisierung, Austausch von Produktstrukturen in verteilter Entwicklung, Requirements Management – oft war es schwer, die Wahl zwischen den parallelen Angeboten zu treffen.

Ralf Lamberti, Daimler, präsentierte am zweiten Tag ein Pilotprojekt, mit dem sein Haus die Anforderungen an künftige Prozesse mechatronischer Produktentwicklung ganzheitlich betrachtet und entsprechende „Vision Demonstrators“ aufbaut, mit denen die Brauchbarkeit neuer Konzepte geprüft werden kann: „Es gibt vier Paradigmenwechsel, die wir dabei umsetzen: von der Teileentwicklung zum Systems Engineering; von der sequenziellen Entwicklung zur gemeinsamen Lösungsfindung aller beteiligten Disziplinen und Partner; von isolierter Simulation einzelner Funktionen zur Co-Simulation des kompletten Systemverhaltens; und von der abgeschotteten, internen Entwicklung zu einer offenen, durch die internationale Community einschließlich der Kunden getriebenen Zusammenarbeit.“

Nach zwei vollen Tagen schloss sich der Kreis der Themen mit zwei Keynotes, die auch eine Zusammenfassung boten. Gerhard Baum stützte sich mit seiner Vorstellung einer „Smarter Mobility“ und der IBM-Sicht auf die Automobilindustrie im Jahr 2020 auf umfangreiche Ergebnisse einer weltweiten Studie, die soeben abgeschlossen wurde. Demnach ist sich das Management der Automobilindustrie der massiven Veränderungen, die sich abzeichnen, bewusst. Im Zentrum der Innovation wird stehen, wie Fahrer und Beifahrer optimal unterstützt werden können und vor allem, wie der Antrieb gestaltet wird. In ihren Strategien sehen die Entscheidungsträger Engineering und Produktplanung für das kommende Jahrzehnt als die bedeutendsten Bereiche an. Und die Entwicklung neuer Vertriebs- und Geschäftsmodelle, die sich besser auf die künftigen Mobilitätskonzepte stützen können.

In seinem Schlussbeitrag forderte Professor Martin Eigner, Universität Kaiserslautern und Vorstand des ProSTEP iViP Vereins, das Management in der Industrie auf, PLM noch ernster zu nehmen: „Die Unternehmen müssen sich des Themas endlich annehmen und von oben klare Richtlinien für ein Produkt-Lebenszyklus Management vorgeben. Aber gleichzeitig müssen sie für die nötige Freiheit auf der Ebene der Fachbereiche sorgen, damit sich dort Flexibilität und Innovation entfalten können.“

Die Prozessorientierung in der Industrie nimmt Gestalt an. Wer die Symposien der letzten Jahre besucht hat, konnte verfolgen, wie sich die Debatte immer konkreter darauf konzentrierte, die Prozesse den wachsenden Herausforderungen anzupassen. In diesem Jahr gesellte sich dazu die Vision einer neuen Form der Mobilität, die möglicherweise auch einen Teil des Auswegs aus der momentanen Wirtschaftskrise weist. Die Industrie braucht neue Ansätze und Ideen. Dafür hat sich das Symposium erneut als hervorragende Quelle erwiesen.


Dateien:
PI_Symposium.pdf

Von: ProSTEP iViP

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